Ökumenische Männergespräche

Am 23. Mai machten sich zehn Männer auf den Weg zum Kloster Nütschau – auf Suche nach ihren Rollen in Familie, Beziehung, Beruf und Kirche bzw. anderen Gemeinschaften.

Die Gesprächsrunde setzte sich intensiv mit der Rolle des Mannes in der heutigen Zeit auseinander. Männlichkeit wird ja auch heute mit Attributen Aggressivität, Karrierismus und Unfähigkeit zur Nähe stigmatisiert. Dabei ist es höchste Zeit für ein Lob männlicher Tugenden. Statt Teil der gesellschaftlichen Avantgarde zu sein, orientieren sich Männer am Gestern. So sind sie auch das Klientel der populistischen rechten Politik geworden.

Die Funktionsfähigkeit unserer Gesellschaft verlangt spezifisch männliche Kräfte:  Müllabfuhr, Entsorgung, Tiefbau, Bergbau, Straßenfegen wie auch gefährlichste Tätigkeiten bei Feuerwehr, Katastrophenschutz, Militäreinsatz, Sonderpolizeieinsätze sind ein männliche Domäne im Verhältnis von 98 Männern zu zwei Frauen. Dies weist hin auf  positiv zu sehende spezifisch männliche Tugenden: Selbstbeherrschung, der Wille, über sich hinauszuwachsen, die Bereitschaft, Risiken auch Hochrisiken einzugehen, sich Herausforderungen zu stellen und der Unterdrückung Widerstand zu leisten.

Diese und andere Thesen riefen bei den Männern zahlreichen Widerspruch und Nachfragen aus. So angeregt und ermuntert fand nach lebhafter Diskussion ein kraftvoller Männertag im Haus Raphael sein Ende.

Mehr zur Männerarbeit im Kloster Nütschau:
www.kloster-nuetschau.de/maennerarbeit-haus-raphael/